Theaterstück verfilmt

Am 23.06.2022 wurde das Theaterstück "der grüne Weg der Hoffnung" der Regisseurin und Autorin Alice Moustier im Wesloer Wald aufgeführt. Das Stück gab mit kleinen Szenen an verschiedenen Orten im Wald Einblicke in die Fluchtsituationen, die viele Lübecker nach 1945 erlebten, als sie aus den ehemaligen Ostgebieten (Danzig, Königsberg, Schlesien, Pommern) flüchten mussten.

Auch Günter Grass hatte damals seine Heimat verloren und traute sich bereits das Tabuthema anzusprechen, sowie später auch Joachim Gauck bei seinem Erhalt des Franz-Werfel-Preis: Es sei wichtig, das Leid der vertriebenen Deutschen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg nicht zu vergessen – ohne dabei die Nazi-Verbrechen zu leugnen. Viele Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn die Bewohner von Danzig und Königsberg bereits im Herbst 1944 hätten fliehen dürfen. Aber die SS-Soldaten hielten die Flüchtlinge auf. Im kalten Winter 1944/1945 starben viele bei der Flucht aufgrund der Kälte.

12 bis 14 Millionen Menschen mussten flüchten und etwa 2 Millionen Frauen wurden wahrscheinlich vergewaltigt. Zeitzeugen aus Lübeck waren die Grundlage für das Theaterstück und Interviews mit ihnen werden in der Verfilmung zu sehen sein. Der Film richtet sich vor allem an Schulen, um der jungen Generation ein Bild von der damaligen Situation zu geben und Feingefühl für die jetzigen Flüchtlinge zu entwickeln. Wichtig ist der Regisseurin auch, in den Vorträgen an Schulen die Relevanz des Waldes als Fluchtort darzustellen und somit das Verständnis für nachhaltige Waldnutzung zu fördern. Der Verein Stadtwaldfreunde e.V. habe das ganze Projekt unterstützt und die Förderungen durch die Possehl-, Dräger- und Rose-Stiftung erst ermöglicht.

Am Donnerstag hatten die Schauspielenden jetzt die Ehre, eine der Stifterinnen sogar persönlich kennenzulernen: Frau Plön-Rose. Alle anderen Stiftungsgründer sind leider bereits verstorben. Alice Moustier und ihr Team freuen sich bereits sehr, mit den Zeitzeugen an Schulen zu gehen, Interviews zu geben und den Film zu zeigen. Besonders würde es sie natürlich erfreuen, wenn auch weitere Schulklassen das Stück im Wald aufführen und der Lübecker Wald, wie in vielen anderen Dingen auch, als gutes Beispiel vorangeht. Für das Theaterstück sucht die Regisseurin gerade noch einen Verlag, um es zu veröffentlichen.

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